Wir wollen Sie in unserem Ristorante zuallererst mit unserem kulinarischen Angebot verwöhnen. Und wir hoffen natürlich auch, dass Sie sich in dem ausgewählten Ambiente unseres Lokals wohl fühlen. Vielleicht interessiert Sie überdies die geschichtlichen Hintergründe dieses Gebäudes in einer der bekanntesten Straßen Weimars.

Das „DAL PESCATORE“ liegt mitten im Zentrum der Stadt in der prominenten Sei-fengasse, einem engen Gässchen zwischen dem Frauenplan mit Goethes Wohn-haus, und dem platzähnlichen Raum vor dem ehemaligen Stadtturm (heute Biblio-theksturm der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek) mit dem Haus der Frau von Stein. Neben unserem Restaurant in der Seifengasse Nr. 16 befindet sich seit 1996 die Weimarer Mal- und Zeichenschule, eine besondere Institution in der Klassikerstadt und eine der ältesten Kunstschulen ihrer Art in Deutschland. Die im 18. Jahrhundert entstandene „Freie Zeichenschule“, die Vorgängereinrichtung in der Stadt an der Ilm, wurde bereits von Goethe, Anna Amalia und Herzog Carl August gefördert. Heute werden in den sieben Werk- und Arbeitsräumen für Jung und Alt eine Vielzahl von Atelier- und Werkstattprogrammen angeboten, die den Schülern künstlerische Ausdruckmöglichkeiten, schöpferische Phantasie und Gestaltungskraft erschließen sollen. Nebenbei bemerkt sehen sich auch unsere Küche und unser Service der Aufgabe und Herausforderung verpflichtet, unseren Gästen mit Einfallsreichtum und Kreativität kulinarische Besonderheiten aufzutischen.´

Zurück zur Örtlichkeit: Das Haus Seifengasse 16 hat, wie fast alle Häuser in der ehemaligen Weimarer Kernstadt, eine bewegte und unterhaltsame Geschichte. Wie sich aus alten Quellen erschließen lässt, stand bereits im 16. Jahrhundert an dieser Stelle ein Gutshof mit Namen Stiedten-Vorwerk.

Dieser Wirtschaftshof, darunter sind Gartengrundstücke mit kleinsten Häusern zu verstehen, ging im Jahr 1612 in den Besitz des herzoglichen Hauses über und diente zur Versorgung des herzoglichen Hofes mit Lebensmitteln und tierischen Produkten. Mit dieser ursprünglichen Nutzung des Gebäudes vor 400 Jahren und der heutigen Beherbergung des „DAL PESCATORE“ in der Seifengasse 16 schließt sich ein Kreis. Im Übrigen war die Seifengasse im 17. Jahrhundert noch keine eigentliche Gasse, sondern ein Weg, der zum Stiedten-Vorwerk führte. Dies änderte sich Mitte des folgenden Jahrhunderts, als der Weg des vor der Stadtmauer liegenden und prosperierenden Frauentorviertels mit größeren Gebäuden versehen und zu einer Art Straße wurde. Ein Blick in die Stadt- und Katasterpläne der Zeit zeigt deutlich, dass damals das „Frauenthorquartier“ zunehmend dichter bebaut wurde.

Seit 1732 lässt sich den Archivalien eine lückenlose Besitzerliste der Häuser 16 und 16a in der Seifengasse entnehmen, wobei im 19. Jahrhundert die relativ klaren Besitzverhältnisse für die Häuser aufgelöst wurden. Auch hinsichtlich der genauen Nutzung bestehen Unklarheiten; womöglich haben das Parterre als Wirtschafs- bzw. Lagerräume, das Obergeschoss als Wohnräume gedient. Jedenfalls wurde das Haus seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu den herrschaftlichen Gebäuden gezählt. Aus den historischen Unterlagen lässt sich auch entnehmen, dass für eine gewisse Zeit im Obergeschoss ein Durchgang zwischen dem Stein’schen Haus und dem Anwesen Seifengasse 16 bestand. Es steht zu vermuten, dass Johann Wolfgang von Goethe bei seinen Besuchen bei Frau von Stein auch im Nachbarhaus verkehrte. Angesichts seiner verbürgten Neigung zu Italien, leckerem Essen und gutem Wein wäre Goethe sicherlich regelmäßiger Gast in unserem Ristorante gewesen und hätte sich von unseren mediterranen Spezialitäten verwöhnen lassen.

Die zahlreichen, jedoch gut dokumentierten Besitzerwechsel des Hauses Nr. 16 in der Seifengasse im 19. und 20. Jahrhundert regen zu Spekulationen über die Beweggründe oder Zwänge der Bewohner bzw. Besitzer an. Die heutige kleinteilige und verwinkelte Raumeinteilung ist u. a. auf die oftmaligen Nutzungsänderungen zurückzuführen. Jedenfalls wurde erstmals im 21. Jahrhundert hier ein Restaurant eingerichtet, so dass neben den Räumen der Malschule auch die anderen Winkel des Hauses der Öffentlichkeit zugänglich sind.

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